Italien

Sopranino-Ukuele – die perfekte Reisegitarre

Sopranino-Ukuele – die perfekte Reisegitarre

Auf Reisen möchtest du gerne deine Gitarre mitnehmen? Dann geht es dir wie mir. Einfach ein paar Griffe üben, zur Entspannung eine Melodie spielen oder am Strand mit anderen singen - super, aber so eine Gitarre, auch wenn sie leicht ist, hat vor allem ein großes Volumen. Für unterwegs gibt es eine tolle Alternative: Die Ukulele.

Ukulelen gibt es in allen möglichen Größen und Formen. Je kleiner sie werden, desto schwieriger sind sie zu spielen. Auch nimmt die Klangqualität ab, weil logischerweise mit einer Reduzierung der Größe auch der Resonanzkörper immer kleiner wird und somit das Schwingen der Saiten nicht mehr solange fortgetragen werden kann. Meist werden diese kleinen Instrumente auch leiser. Aber hey - ist es nicht besser, ein kleines, leises Instrument dabei zu haben, als gar keins? Genau!

Auf der Suche nach einer Ukulele hat man die Qual der Wahl. Die kleinsten Ukulelen sind meist 21” (“=Zoll) Instrumente. Das entspricht ein wenig mehr als 53 cm. Wenn man bedenkt, dass normale 4/4 Konzert- oder Akkustikkgitarren wie z.B. das beliebte Einsteigermodell Yamaha C40 bereits eine Länge von rund 100 cm haben, sprechen wir hier schon von einer Halbierung. Das Volumen sinkt entsprechend noch stärker. Solche Instumente passen schon in manch Handgepäck. Da die meisten Fluggesellschaften aber hier auch bei 56 cm enden, passt dann auch nicht mehr viel anderes in den Trolley. Vielleicht gibt es noch kleinere Modelle?
Auf der Suche nach einer möglichst kleinen Ukulele wurde mir dann bewusst, dass viele Ukulelen anderes bespannt werden als klassische Gitarren. Während eine Gitarre 6 Saiten besitzt, haben Ukulelen in der Regel nur 4 Saiten. Es handelt sich dann nicht einfach um eine reduzierte Gitarre, sondern die Reihenfolge der Saiten ist ebenfalls anders. Ohne hier ins Detail zu gehen: Es gibt meist die C-Stimmung (GCEA) oder D-Stimmung (ADFisB). Wer schon Gitarre spielt, muss dann neue Griffe lernen. Möglich - aber ich habe nicht vor, dauerhaft Ukulele zu spielen, die Ukulele, die ich suche, soll auf Reisen meine Gitarre ersetzen. Die Bariton-Ukulele wird wir eine Gitarre ohne die letzten beiden Saiten gestimmt, also DGHE (bzw. DGBE, da außerhalb des deutschen Sprachraums die H-Saite einem B entspricht). Problem: Eine Bariton-Ukulele misst um die 80 cm - handlich ist anders.

Die Lösung: Eine Sopranino-Ukulele. Hier sollten laut den Tiefen des Internets die Saiten ebenfalls der Bariton-Stimmung entsprechen. Problem war dann: Es gibt kaum Angebote in diesem Bereich. Ein Instrument aus Plastik sollte es nicht sein und das einzige Angebot war die ORTEGA KEIKI Ukulele 4 String, die es z.b. direkt bei Amazon für 59 EUR zu bestellen gibt Die Saiten sind allerdings wieder in der D-Stimmung. Wäre es möglich, andere Saiten aufzuziehen? Tatsächlich. Für etwas mehr als 10 EUR gab es direkt bei Amazon auch einen passenden Saitensatz von D’Addario, Alles zusammen würde man 70 EUR bezahlen. Eine vernünftige Tasche müsste noch ergänzt werden. Irgendwo zwischen 80-90 EUR wäre dann zu rechnen. Für ein Spaßinstrument?

Es gibt eine Alternative, sie kommt aus China: Ein klasse Instrument aus Holz, eine 17” Sopranino-Ukulele. In Zentimeter: 43. Richtig gelesen. 43 cm. Aus Echtholz. Preis: Etwa 23 EUR inkl. einer passenden Tasche. Was?! Ja, tatsächlich. Es gibt nur einen kleinen Haken. Sie ist direkt aus China zu bestellen. Das geht sehr einfach über die Shopping-Plattform AliExpress. Alle Artikel werden direkt nach Deutschland verschickt, oft sogar ohne Versandkosten. Dafür sind dann ca. 4 Wochen Postlaufzeit einzuplanen. Es fallen dann ab 22 EUR auch Einfuhrumsatzsteuern in Höhe der Mehrwertsteuer an, die man direkt beim Zoll entrichten muss. Nicht aber für diese kleine Ukulele! Denn auf Abgaben bis zu einer Höhe von 5 EUR wird verzichtet, weil der Zoll damit mehr Arbeit als Nutzen hätte. Das bedeutet dann, dass Waren bis etwa 31 EUR abgabefrei nach Hause geliefert werden. (Mehr Infos gibt es direkt beim Zoll.

Die Bespannung ist mit äußerst billigen Saiten aus Nylon. Der Grundklang ist gar nicht mal so schlecht, allerdings schwingen sie eigentlich gar nicht nach. Auch ist sie nicht in der erhofften Sopranino D-G-B-E bzw. D-G-H-E-Stimmung. Die Saiten können hierauf gestimmt werden, hängen dann aber besonders auf der D-Seite extrem durch.
Natürlich ist der Resonanzkörper sehr klein. Die Mechaniken der kleinen Reisegitarre aber sind gut, ebenso ist der hölzerne Instrumentenkörper geeignet, einen schönen warmen Ton zu produzieren. Es wäre möglich, die schon besprochenen Saiten von D’Addario aufzuspannen. Aber wieso nicht einmal alte Gitarrensaiten probieren? Und Volltreffer! Es funktioniert. Saiten, die auf einer Gitarre schon ausgemustert waren, geben einen hervorragenden Klang. Die D-Seite ist sogar Metall ummantelt, alle anderen Saiten sind Nylon. Der Klang ist voll, nachhallend - und dennoch wie der einer typischen Ukulele. Nur, dass die Gitarrengriffe angewandt werden können und einfach die E- und A-Saite weggelassen werden.

Sopranino 17” Mini-Ukulele jetzt direkt bestellen

Die Sopranino-Ukulele ist jetzt endgültig die kleinste Reisegitarre der Welt! Um sie zu stimmen, ist allerdings eine Kleinigkeit zu beachten. So sind die Saiten durch den kürzen Bund ingesamt höher, als bei einer Standardgitarre. Deshalb ein Stimmgerät auf “Chromatisch” stellen, dass die höheren Lagen automatisch erkannt. So kann dann leicht auf D-G-B-E bzw. D-G-H-E gestimmt werden.
Als Empfehlung kann das kleine Anklipp-Stimmgerät von Ammoon genannt werden. Wie die Ukulele selbst ist es am günstigen direkt aus China zu beziehen. Schneller, aber dafür auch fast viermal so teuer gibt es das gleiche aber auch bei Amazon.

*Empfehlungslink - was ist da?

 

Zusammengefasst: Die weltkleinste Reisegitarre der Welt kann direkt aus China bestellt werden. Mit ihr spielt man eine D-G-B-E-Stimmung. Das Instrument ist komplett aus Holz und kann mit Gitarrensaiten bespannt werden. Dann macht sie richtig Spaß und begleitet mit ihren 43 cm Abmessung jede Reise im Handgepäck.

Wo bekomme ich die Produkte?

Sopranino-Ukulele ORTEGA KEIKI
Direkt bei Amazon kaufen.

Irin 17" Sopranino-Ukulele
Bei Aliexpress bestellen.

Anklipp-Stimmgerät
Günstig, aber langer Versand: Aliexpress
Schneller, aber teurer bei Amazon.

D-G-B-E Saiten für Ukulele
Saiten von D’Addario

Alle Links sind Empfehlungslinks. Was ist das?

Werbung:

Posted by in Italien, Venedig
Kräcker aus der venezianischen Lagune

Kräcker aus der venezianischen Lagune

Kräcker aus der venezianischen Lagune
Bisutto - Rinomato Panificio
di Vianello Roberto
Porto Secco 119, 30126 S. Pietro in Volta (VE)
GPS 45.311044, 12.311893
Öffnungszeiten: keine offiziellen

Es ist ein einfacher Kräcker. Andere würden vielleicht Grissini zu ihm sagen. Wie auch immer: Trockenes Knabbergebäck, das so trocken ist, dass es beim Reinbeißen staubt. Warum ist dieses Produkt dann dennoch so einzigartig, oder wie der Italiener sagt "unico"? Sagen wir mal so: Weil es am Ende der Welt produziert wird, in einer Backstube so groß wie dein Wohnzimmer. Die Reise zum Produktionsort selbst ist diesmal das Besondere - ist dir das zu mühselig, kannst du die Kräcker auch einfach direkt in Venedig kaufen. Unten findest du die Koordinaten eines kleinen Supermarktes in Castello, der sie verkauft.

Der Bäcker selbst gibt auf der Tüte selbstbewusst  "Rinomato Panificio" an - in etwa zu übersetzen mit altehrwürdige Bäckerei. Eine echte Bäckerei, wie du es dir jetzt vorstellst, ist das aber nicht. Ein eingeschossiges, kleines Haus zwischen Wohnhäusern. Mehr eine Garage als eine Backstube. Man riecht an Backtagen aber von weitem, dass hier leckere Dinge produziert werden. Kräcker und Kekse. Mit viel Glück kann man auch in die Backstube einen Blick werfen. Damit solltest du aber nicht rechnen. Es ist einfach schön zu wissen, wo der Ursprung dieser Knabberei ist. Und es ist ein besonders schöner: In der venezianischen Lagune, nur wenige Kilometer Luftlinie vom chronisch überfüllten Venedig entfernt, trifft man hier das Paradies.

Von Venedig aus geht es zunächst mit dem Schiffs auf Lido. Die Endhaltestelle ist für alle Schiffe Lido S.M.E. (Santa Maria Elisabetta, so heißt auch die gleichnamige Kirche direkt am Anleger). Dabei habt ihr die Wahl zwischen den kleinen und den großen Vaporetto, die besonders auf den Hauptlinien 1 (den Canal Grande hoch) und 2 (durch den Canale di Giudecca) und den kleineren Motoscafi verschiedener Linien, die entweder gegen oder im Uhrzeigersinn um das Centro Storico von Venedig herum oder nach Murano fahren. Weitere Verbindungen gibt es auch zum Festland in Punta Sabbioni und weitere regionale Linien, die besonders interessant sind, wenn man direkt aus Mestre oder den Badeorten Jesolo, Cavallino, Eraclea oder Caorle kommt.
Auf dem Lido steigt man die Linie 11 Richtung Chioggia ein, die meist halbstündig fährt. Es geht dann das ganze Lido runter, am Ende fährt der Bus auf eine Fähre, setzt nach Pellestrina über und fährt dort die lange Insel herab.

Alle Fahrpläne gibt es hier im Download: http://actv.avmspa.it/it/content/orari-actv Die Seite ist nur auf italienisch, allerdings nicht schwer zu verstehen. Unter Punkt 3. gibt es "Orario del Servizio di Navigazione" für die Schiffe und "Orario del Servizio Automobilistico Urbano" für die Busse, dort bis "Lido" scrollen.

Die Preise für den Transport sind teuer in Venedig! Stand Januar 2019 gelten folgende Preise: Ein einfaches Schiffsticket kostet 7,50 EUR, für den Bus auf dem Lido wird ein weiteres Ticket benötigt, das 1,50 EUR kostet. Hin und zurück macht das dann bereits 18 EUR. Für 20 EUR hingegen gibt es ein Tagesticket für alle Schiffe und Busse (2 Tage = 20 EUR, 3 Tage = 30 EUR, 4 Tage = 40 EUR und 7 Tage = 60 EUR). Die Tickets gibt es an allen Verkaufsautomaten, vielen Kiosken und den Hello Venice Verkaufsstellen. Im Bus / Boot kostet das Ticket einen saftigen Zuschlag. Die aktuellen Preise können hier eingesehen werden: http://actv.avmspa.it/en/content/prices
Extratipp: Für alle unter 29 Jahre gibt es die Rolling Venice Card. Sie kostet 6 EUR und gilt bis man 30 Jahre alt ist. Dafür gibt es einen Stadtplan und eine Karte, die Vergünstigungen in vielen Geschäften ermöglicht. Außerdem kann man eine 72 Stunden Nahverkehrskarte für nur 22 EUR erhalten. Erhältlich an allen Hello Venice Verkaufsstellen. Ein tolles Angebot auch für alle, die wiederkommen wollen! http://www.veneziaunica.it/en/content/rolling-venice

Pellestrina ist sehr lang. Aussteigen ist überall möglich, auf der einen Seite gibt es einen kilometerlangen Sandstrand, die andere Seite ist der Lagune zugewandt. Besonders im Kernort Pellestrina gibt es eine lange Hafenpromenade mit vielen kleinen Restaurants, diversen kleinen Geschäften und Lokalen. Wer mag findet auch einige wenige Bed&Breakfast.
Es gibt die Möglichkeit, z.B. in der Nähe von Bisutto auszusteigen (Haltestelle Portosecco) - oder bis zur Endstation zu fahren und von dort ein paar Meter zum Ort zurückzugehen, um dort ein Fahrrad zu mieten. Ideal, um die ganze Insel zu erkunden: Noleggio Bici Pellestrina, Via Busetti, 1, 30126 Pellestrina. http://www.noleggiobicipellestrina.it Auch diese Website ist nur auf Italienisch, aber vor Ort geht es auch immer mit Händen, Füßen, etwas Englisch, ein wenig Deutsch. Und dann losradeln!

Der Ausflug ist mindestens für einen halben, eher einen ganzen Tag geeignet. Im Sommer lohnt es sich, Badesachen mitzunehmen. Ansonsten genießt man die Natur und die Ruhe. Mit etwas Glück gibt es seltene Vögel und andere Tiere wie z.B. Nutria zu sehen. Aber auch die Seele baumeln lassen in einem guten Restaurant oder Caffè ist eine tolle Option, um die Zeit zu verbringen. Wer weiter möchte, kann von der Enhaltestelle noch nach Chioggia übersetzen, eine kleine Stadt am südlichsten Ende der Lagune. Oder hält auf dem Rückweg auf dem Lido di Venezia, um dort zu baden oder zu spazieren.

Der Weg nach Pellestrina ist zu weit, aber die Kräcker willst du dennoch?
Dann kauf sie doch hier:
Alimentari - Gastronimia Ortis Pietro Eredi, Salizada Santa Giustina, Castello 2910, 30122 Venezia VE
GPS 45.437367, 12.346572
Der kleine Supermarkt ist schon fast selbst einen Tipp wert. So hat man vermutlich schon vor 50 Jahren eingekauft! Guck es dir einfach selbst an, nimm etwas mit und freu dich, ein Stück echtes Venedig kennengelernt zu haben.

Wie finde ich hin?

Bisutto - Rinomato Panificio
GPS 45.311044, 12.311893

Crai Supermercato Ortis
GPS 45.437367, 12.346572

Noleggio Bici Pellestrina
GPS 45.263757, 12.300802

Karte folgt!

Werbung:

Zusammengefasst: Ein staubtrockner Kräcker - einfach lecker. Doch es geht hier um mehr als nur ein lokales Produkt einer lokalen Mikro-Bäckerei. Die Lidolinsel Pellestrina ist vielleicht der Geheimtipp in der venezianischen Lagune. Fast verwunschen liegt die Insel vor Venedig im Dornröschenschlaf, wunderschön und ruhig. Strände ohne jeden Service, aber mit viel Platz. Kleine Restaurants und Geselligkeit der Fischer. Manchmal braucht ein Ort erst einen Anlass, ihn zu besuchen. Und der geht hier durch den Magen. Erleben kannst du mit allen deinen Sinnen.

Posted by in Italien, Venedig
Pizza in Venedig

Pizza in Venedig

Pizza in Venedig
Arte della Pizza
Calle de l’Aseo, Cannaregio 1861A, 30121 Venezia VE, Italien
GPS 45.444778, 12.329639
Öffnungszeiten: Offiziell 11-21 Uhr, aber am Nachmittag kann auch mal geschlossen sein. Montag ist Ruhetag.

Was macht eine gute Pizza aus? Darüber lässt sich streiten. Der eine mag es amerikanisch mit dickem Käserand, der andere asketisch als Margherita auf dünnem Boden nur mit Tomatensoße, Mozzarella und Basilikum. Eine Empfehlung für Venedig ist Arte della Pizza im Sestiere (Bezirk) Cannaregio. In einem unscheinbaren kleinen Geschäft in einer dunklen Seitengasse wird Pizza gebacken, die bei Einheimischen wie bei Touristen, sofern sie denn den Laden finden, gleichermaßen beliebt ist.
Die Pizzabäckerin Paola, Maurizio und ihr Team bieten eine wunderbare Pizza, frisch zubereitet. Viele Produkte sind bio oder regional wie z.B. der Büffelmozzarella oder das zur Pizza verkaufte Bier. Doch was ist das Besondere? Zunächst: Die Wärme. Weil der Pizzaoffen bereits einen Großteil des kleinen Geschäftes ausmacht, ist es je nach Jahreszeit wohlig warm oder tierisch heiß. Das sollte nicht von der leckeren Pizza ablenken, die man auf die Hand oder zum Mitnehmen bekommen kann. Wobei man dabei zwei Arten von Pizza sowie diverse Specials getrennt voneinander betrachten muss.

Pizza trancio: Ein Stück Pizza. Diese Pizza kommt vom großen, eckigen Blech. 15 Stück Pizza. Jedes Blech in der Regel mit drei Sorten Pizza belegt. Als Kunde wählst du aus, welches Stück du haben möchtest. Wenn die Pizza nicht ohnehin direkt aus dem Ofen kommt, wird sie dir noch einmal aufgewärmt. Dem Geschmack tut das keinen Abbruch. Die Pizza besteht aus Hefeteig, der schon viele Stunden alt ist, ehe er gebacken wird. Ein guter Pizzateig kann problemlos zwei Tage alt sein. Dann ist die Hefe richtig gegangen, der Teig fluffig und leicht. Der Teig wird auf dem großen Blech ausgebreitet und gleichmäßig ausgerollt. Paolas Pizza ist dick - aber dennoch knusprig, der Belag versinkt nicht im dicken Boden. Dafür bedient sie sich einem Trick. Die Pizza wird zunächst nur mit ein wenig Tomatensoße im Ofen solange gebacken, wie sie oberflächlich schon leicht knusprig ist. Sie sieht dann etwa so aus, wie man eine Focaccia kennt, nur mit einem leichten Rotschimmer von der Soße. Wenn die Pizza ein kleines wenig abgekühlt ist, wird sie zunächst in 3x5 Streifen, also 15 Stücke geschnitten. Nun werden die 3 Bahnen à 5 Teile belegt. Fast immer ist Tomatensoße, der Sugo oder Polpa, die Grundlage. Selten gibt es auch Pizza Biancha, also ohne Tomate. Anschließend wird Mozzarella in Würfeln über die Pizza gestreut. Der Mozzarella ist dabei nicht so feucht und frisch, wie du ihn vielleicht von der Mozzarellakugel aus dem Supermarkt kennst. Mozzarella gibt es in vielen verschiedenen Sorten und unterschiedlichem Alter. Für Pizza ideal ist etwas älterer, aber nicht zu alter Mozzarella. Dieser enthält dann nicht mehr ganz soviel Wasser und verhindert, dass die Pizza matschig wird. So vorbereitet bekommt das Blech seine Veredelung mit weiteren Belägen. Nur eine Pizza Margherita bleibt wie sie ist, wenige Sorten verzichten auf Mozzarella, was auch lecker sein kann. Nach wenigen Minuten kommt die Pizza dann erneut aus dem Ofen und kann heiß genossen werden. Paola hat immer wieder interessante Neukreationen. Im Herbst und Winter gibt es beispielsweise Pizza mit Kürbiscreme oder mit gebratenem Speck und roten Zwiebeln.
Pizza menù: Vorportioniert liegen auch Teigrohlinge für klassische runde Pizzen bereit. Die könnt ihr in drei Größen nach Belieben belegen lassen oder aus der großen Menükarte auswählen. Ein wichtiger Unterschied: Diese Pizza wird nicht doppelt gebacken, ist daher ein wenig weniger knusprig, aber nicht weniger lecker.

Pizza ist nicht gleich Pizza. Während die Pizza Romanese (aus Rom) eher dünn und knusprig ist, wie auch die Pizza aus Napoli, wenn tendenziell auch mit mehr Rand, ist Genovese (aus Genua) eher dick, Richtung Focaccia, wie auch bei Paola. Wichtig ist immer ein sehr heißer Ofen, der mehrere hundert Grad erreicht und einen Stein oder Metallboden hat, auf dem die Pizza direkt aufliegt. Vollkommen ungewöhnlich ist in Italien die Verwendung von Gouda-Käse auf der Pizza wie oftmals in Deutschland. Und eine Calzone ist eine umgeklappte Pizza, die sonst normal gebacken wird. Was du in Deutschland oft als Calzone bekommst, ist eine frittierte Teigtasche, in Italien eher mit einem Panzarotti vergleichbar. Als weitere Spezialform kennt der Italiener gelegentlich eine Pizza Arrotolata, bei der die belegte Pizza eingerollt wird. Ruhig auch mal probieren!

Grundsätzlich ist Pizza auf die Hand immer eine gute Idee in Venedig. Was bei Paola Trancio heißt, kann anderswo auch al taglio (von tagliare, schneiden) heißen. Der Preis ist angeschlagen, die Pizzastücke kann man vor dem Kauf betrachten. Man läuft keine Gefahr, zuviel zu bezahlen. Es ist äußerst unüblich, anders als z.B. in Rom, wo es sehr viel weiter verbreitet ist, Pizza per Gewicht zu bezahlen. Auch fällt kein Coperto an, die bei Ausländern berüchtigte Gebühr in Höhe von meist 2-3 EUR, die man im Restaurant immer bezahlen muss für eine (Papier-)tischdecke und ein paar Grissini sowie die Bedienung - Trinkgeld entfällt. Aber dafür kann man beim Pizzaiolo an der Ecke ja gleich noch ein weitere Pizzastück essen.
Die Qualität der Pizzabäcker ist meist gut, achtet aber darauf, dass Pizzastücke in einem echten Ofen gebacken und für Kunden erneut aufgewärmt werden. Eine kleinere Auswahl zeugt meist davon, dass nur soviel gebacken wird, wie auch relativ zügig von den Kunden verspeist wird. Wenn du darauf achtest, ist die Pizza auch frisch gemacht. Gar nicht gut sind Läden mit großer Auslage - meist endet das Pizzastück dann auch in Mikrowelle und wird zwar heiß, aber auch pappig.

 

Empfehlenswerte Alternativen zu Arte della Pizza sind z.B.:

Pizza al Volo
Dünne Pizza, lecker. Hat von 11 Uhr bis tief in die Nacht geöffnet - offiziell bis 2 Uhr. Gleich nebenan finden sich jede Menge Bars und Caffès.
Campo Santa Margherita, Dorsoduro 2944, 30123 Venezia VE, Italien
GPS: 45.434327, 12.323466

Pizza La Foca
Wer auf Giudecca is(s)t, setzt sich meist in eines der teuren Restaurant mit kleinen Portionen - warum nicht ein Stück Pizza kaufen und auf Zattere, Salute und San Marco blicken? Es gibt auch ein paar Tische. Geöffnet täglich von 11:30-15:30 Uhr und 18:30-23 Uhr.
Fondamenta Ponte Piccolo, Giudecca 324, 30133 Venezia VE, Italien
GPS: 45.426152, 12.327486

Wie finde ich hin?

Arte della Pizza
GPS 45.444778, 12.329639

Pizza al Volo
GPS 45.434327, 12.323466

Pizza La Foca
GPS 45.426152, 12.327486

UMap Karte

Werbung:

 

Zusammengefasst: Ist es die weltbeste Pizza, die Paola und Maurizio mit ihrem Team anbieten? Das sollte jeder selbst probieren: Die verkauften Stückchen vom Blech sind doppelt gebacken. Einmal kommen die Pizzableche unbelegt, nur mit ein wenig Tomatensugo in den Ofen, anschließend werden sie reichlich belegt erneut gebacken. Somit entsteht eine sehr besondere Pizza, die ihresgleichen sucht. Obwohl der Teig etwas dicker ist, ist sie schön knusprig und fruchtig dick belegt. Noch dazu sehr günstig. Und wer es lieber traditionell mag, lässt sich seine dann kreisrunde Pizza nach eigenem Gusto belegen.

Posted by in Italien, Venedig
Sprizz – wie man schlechten Wein den Ösis unterjubelt

Sprizz – wie man schlechten Wein den Ösis unterjubelt

Sprizz
Sprizz ist ein Grundnahrungsmittel - zumindest in Venedig. Viele Kneipen haben spezielle Zapfanlagen, um die wichtigsten Zutaten dieses Aperitivo direkt zusammen in das Glas zu spritzen. Doch der Reihe nach.

Sprizz oder Spritz, da gibt es keine eindeutige Schreibweise, ist der venezianische Drink schlechthin. Studenten beginnen ihn bereits morgens zu trinken, meist in kleineren 0,2l Gläsern, mit dazugereichten salzigen Chips. Mittags trinken ihn die Arbeiter als Absacker und abends schlägt dann seine große Stunde, die Venezianer treffen sich in Bars zum Aperitivo, was bedeutet, ein (meist) alkoholisches Getränk zu sich zu nehmen, dazu kleine Häppchen zu essen und mit Freunden und Nachbarn locker zusammen zu stehen und zu quatschen. Meist nimmt man dazu einen Sprizz, der zwischen 2,50 - 3,50 EUR kostet. Wenn ein Buffet dazugehört, auch mal mehr. Davon wird aber auch jeder schon fast satt.

So trinkt man den Sprizz - aber was ist drin?

Und woher kommt die Idee zum Sprizz? Irgendwie hat es wohl mit den Österreichern zu tun. Vermutlich haben die Venezianer ihn in der jetzigen Form definitiv erfunden, denn nur im Veneto gilt schon seit langer Zeit: Sprizz ist Wein oder Prosecco mit Aperol oder Campari. Fährt man weiter Richtung Osten, nach Udine oder Trieste, so erhält, wer Sprizz bestellt, Wein mit Soda aufgespritzt. Eine Weinschorle. Der Venezianer ist pragmatisch und direkt. Hier heißt es, den Wein so zu verkaufen, wäre während der Zeit der Österreicher in der Stadt entstanden. Den guten Wein trank man weiter selbst, den minderwertigen, geschmacklich schlechteren Wein tischte man Auswärtigen auf, in dieser Zeit vor allem Österreicher. Sie merkten dann die schlechte Weinqualität nicht mehr und orderten fleißig nach. Venezianer sind halt Kaufleute durch und durch! Erst um 1920 wurden dann Aperitivs zugemischt und erfanden den Sprizz, den wir heute kennen.

Wie finde ich hin?

Sprizz kann man guten Gewissens eigentlich überall trinken. Empfehlenswert sind aber folgende Hotspots:

Fondamenta Misericordia
Im Stadtteil Cannaregio gelegen am langgezogenen Kanal mit schönen Sonnenuntergängen und vielen Einheimischen.
GPS 45.445044, 12.330262

Rialto Mercato
Wenn abends die Marktstände schließen und die Tagestouristen weg sind, wird es hier laut und quirlig.
GPS: 45.439067, 12.335083

Campo Santa Margherita
Großer Platz im Herzen des Studentenviertels.
GPS: 45.434243, 12.323619

Werbung:

Zusammengefasst: In Deutschland ein Cocktail, in Venedig ein Grundnahrungsmitel: Sprizz. Lerne die Besonderheiten kennen und welche Variationen es gibt.
Wer dann Hunger verspürt, der kann in Venedig auch die weltbeste Pizza essen.

Posted by in Italien, Venedig